Subwoofer aufstellen: die Ecke und das Streifenmuster

Kein Filter der Welt bringt so viel wie ein Subwoofer, der einen Meter weiter steht. Die Aufstellung entscheidet über den Bass, und zwar bevor du das erste Mal einmisst — sie bestimmt, was du überhaupt zu korrigieren hast.

Die Ecke: geschenkter Pegel, teuer bezahlt

Jede feste Fläche in der Nähe wirft Schall zurück und addiert ihn. Boden allein bringt schon etwas, Boden plus Wand mehr, die Ecke am meisten — insgesamt gut 6 dB, teils mehr. Das ist echter Pegel, den du nicht bezahlen musst, und deshalb steht der Sub fast überall in der Ecke.

Es gilt aber nur unterhalb der Frequenz, bei der die Wand näher ist als eine Viertelwellenlänge. Bei 50 Hz ist das 1,72 m, bei 80 Hz nur noch 1,07 m. Der Gewinn ist also kein glatter Sockel, sondern läuft nach oben aus — genau in dem Bereich, in dem die Trennung zu den Tops liegt.

Bezahlt wird er mit Gleichmäßigkeit. In der Ecke treffen alle drei Raumachsen zusammen, und der Sub regt jede davon so stark an wie es überhaupt geht. Du bekommst die 6 dB und dazu die tiefsten Überhöhungen und die tiefsten Löcher, die der Raum hergibt. Einen halben Meter aus der Ecke heraus kostet etwas Pegel und nimmt den Moden die Spitze.

Zwei Subs links und rechts: das Streifenmuster

Links und rechts einen Sub aufzustellen sieht symmetrisch aus und ist der häufigste Fehler bei Großbeschallung. Auf der Mittellinie kommt beides gleichzeitig an und addiert sich — dort ist es am lautesten. Seitlich davon wächst der Wegunterschied zwischen den beiden.

Wo dieser Unterschied eine halbe Wellenlänge erreicht, löschen sie sich aus. Bei 60 Hz sind das 2,86 m, bei 40 Hz 4,29 m. Dahinter addieren sie wieder, dann löschen sie wieder — über die Publikumsfläche legt sich ein Fächer aus lauten und leisen Streifen, und er sitzt für jede Frequenz anders. Wer in der Mitte steht, hört zu viel Bass; drei Meter weiter fehlt er.

Das ist keine Sache des Equalizers. Ein Filter wirkt an jedem Platz gleich, das Streifenmuster nicht — was du in der Mitte absenkst, fehlt am Rand doppelt.

Was wirklich hilft, nach Wirkung sortiert

  1. Beide Subs zusammen in die Mitte. Kein Abstand heißt kein Wegunterschied heißt kein Streifenmuster — an keinem Platz. Das ist die wirksamste Änderung der ganzen Liste, sie kostet nichts, und sie bringt zusätzlich 6 dB durch das Zusammenlegen.
  2. Wenn die Mitte nicht geht: nicht symmetrisch, sondern beide auf eine Seite oder dicht nebeneinander. Streifen entstehen aus dem Abstand — je kleiner er ist, desto weiter rutschen die Auslöschungen aus dem hörbaren Bereich heraus.
  3. Raus aus der Ecke, wenn der Bass dröhnt. Ein halber bis ein Meter reicht oft. Du verlierst etwas Pegel und gewinnst Gleichmäßigkeit — und der Pegel ist der billigere Teil, den holt die Endstufe zurück.
  4. Erst danach der Equalizer. Was nach der Aufstellung noch als einzelne Raumresonanz übrig ist, lässt sich schmal absenken und wirkt dann im ganzen Raum. Was vorher da war, war meist gar keine Resonanz.

Wie du merkst, was du geändert hast

Miss an derselben Stelle zweimal, einmal vor und einmal nach dem Verschieben, und vergleiche. Eine Verschiebung von einem Meter macht im Bass Unterschiede von 5 bis 10 dB — das ist keine Feinheit, das sieht man sofort.

Und miss an zwei Plätzen, nicht an einem. Eine Senke, die nach drei Metern zur Seite verschwunden ist, war eine Auslöschung und kein Raumproblem. Eine, die bleibt, ist eine Resonanz — und nur die lohnt einen Filter.

Der ehrliche Satz zum Schluss

Beim Bass entscheidet die Aufstellung, und der Equalizer räumt hinterher auf. In dieser Reihenfolge kommt man mit wenigen Filtern weit; in der umgekehrten kämpft man mit zwölf Filtern gegen Physik, die man mit zwei Handgriffen hätte vermeiden können.

Zwei Aufstellungen vergleichen

AURIX misst den Frequenzgang am Hörplatz und zeigt, ob eine Senke Auslöschung oder Resonanz ist. 99 € einmalig, für Windows und macOS.