Sub und Top zeitlich ausrichten

Der Kick hat keinen Druck, der Bass klingt weich statt straff, und im Übergabebereich fehlt Fülle. Die Trennfrequenz sitzt aber richtig, und die Pegel stimmen auch. Dann ist es fast immer die Zeit.

Was im Übergabebereich passiert

Rund um die Trennfrequenz spielen Sub und Top dieselben Töne — beide, gleichzeitig, mit abnehmendem Anteil. Genau dort addieren sich ihre Schallanteile, und wie sie sich addieren, hängt davon ab, ob sie gemeinsam am Ohr ankommen.

Kommen sie um eine halbe Schwingung versetzt an, löschen sie sich aus statt sich zu addieren. Bei 100 Hz ist eine halbe Schwingung 5 Millisekunden — oder 1,70 Meter. So wenig genügt, um aus einem Plus von 6 dB ein Loch zu machen.

Warum das Maßband nicht genügt

Der naheliegende Weg ist, die Abstände zu messen: Sub 4 Meter, Top 5 Meter, also bekommt der Sub 2,9 Millisekunden Delay. Das ist die halbe Rechnung — und meist die kleinere Hälfte.

Denn ein Lautsprecher gibt den Schall nicht in dem Moment ab, in dem das Signal an der Buchse ankommt. Eine aktive Box mit eigenem DSP braucht dafür Zeit: Wandler, Filter, Schutzschaltung. Bei Sub und Top sind das unterschiedliche Geräte mit unterschiedlicher Eigenlatenz, und der Unterschied liegt oft bei mehreren Millisekunden — mehr, als der Wegunterschied ausmacht. Im Datenblatt steht er selten, und wenn, dann für eine Einstellung, die du vielleicht nicht fährst.

Was stattdessen zählt

  • Die Ankunftszeit, nicht der Abstand. Miss vom Mischplatz aus, wann der Schall wirklich eintrifft — einmal nur mit dem Sub, einmal nur mit den Tops. Die Differenz enthält Weg UND Eigenlatenz, also alles, was zählt.
  • Die Polarität, gleich mit. Ist eine der beiden Wege verpolt, hilft kein Delay: verschoben um eine halbe Schwingung ist der Übergang bei einer Frequenz richtig und bei allen anderen falsch. Polarität zuerst, Delay danach.
  • Ein Punkt, nicht der ganze Saal. Zeitausrichtung gilt für einen Ort. Wer zehn Meter zur Seite geht, hat andere Abstände — und damit einen anderen Übergang. Richte auf den Bereich aus, in dem das Publikum steht, nicht auf die letzte Reihe und nicht auf den Mischplatz an der Wand.
  • Nachprüfen, nicht glauben. Nach dem Ausrichten muss der Übergabebereich mehr Pegel haben als vorher, nicht weniger. Wird es dort leiser, war die Richtung falsch oder die Polarität stimmt nicht. Das ist der ganze Test, und er dauert eine Minute.

Was AURIX an dieser Stelle tut

AURIX fährt Sub und Tops getrennt mit einem Sinus-Sweep und bestimmt aus den beiden Impulsantworten die Ankunftszeiten. Was dabei herauskommt, ist nicht nur das Delay in Millisekunden, sondern auch der zugehörige Weg in Zentimetern — und ob einer der Wege verpolt ist.

Dazu steht, wie eindeutig das Ergebnis ist. Ein Wert ohne diese Angabe wäre gefährlich: In einem halligen Raum kann eine Reflexion stärker sein als der direkte Weg, und dann zeigt jede automatische Ausrichtung in die falsche Richtung. AURIX sagt dann, dass es unsicher ist, statt eine Zahl zu behaupten.

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Ohne Kreditkarte. Zeitausrichtung und Polaritätserkennung laufen auch in der Testphase vollständig.

Und wenn danach immer noch ein Loch bleibt?

Dann kommt der zweite Weg vermutlich nicht vom Sub, sondern von einer Wand — und dagegen hilft weder Delay noch EQ.

Warum ein EQ eine Auslöschung nicht reparieren kann